Der Theater-Wahnsinn

1/2 Millionen Euro für überflüssigen Wassetank!

Das ist der ganz normale Wahnsinn, den man als armer Stadtrat in Trier erleben muss. In der heutigen Stadtratssitzung soll unter Tagesordnungspunkt 10 eine Vorlage nachgeschoben werden. Sie klingt auf den ersten Blick harmlos:

Durchführung von Brandschutz-und sicherheitstechnischen Maßnahmen.”
Was macht diese Vorlage so brisant? Da muss man etwas weiter ausholen: alle sind sich darüber einig, dass das Stadttheater Trier generalsaniert werden muss. Doch keine Klarheit besteht darüber, ob man ein völlig neues Gebäude gebaut oder ob man das alte Gebäude am Augustinerhof komplett umbaut.
Letztlich ist dies ja auch gleichgültig, denn Geld ist weder für das eine noch das andere vorhanden.
Gleichwohl müssen in das jetzige, alte Gebäude noch einige Investitionen getätigt werden. So wurde es im Ausschuss beschlossen. Unstreitig muss das Gebäude endlich einmal behindertengerecht gestaltet werden, es ist schlichtweg unzumutbar, dass derzeit Rollstuhlfahrer in den Zuschauerraum hochgetragen werden müssen. Auch müssen Brandschutztüren nachgerüstet werden, das ist ebenso unstreitig, wie weitere kleinere Maßnahmen.
Doch traurig stimmt es einen, wenn man weiß, dass viele dieser Ausgaben verlorenes Geld sind, wenn man das alte Gebäude grundsaniert oder gar völlig neu baut.
Doch der Hammer kommt jetzt:
Unter anderem sollen heute  noch zusätzlich 475.000 Euro, das sind fast eine halbe Million Euro(!) nur für einen neu zu bauenden Wassertank beschlossen werden, der allein dazu dient, bei Komplettausfall der Wasserversorgung in Trier die vorhandene Sprinkleranlage mit Wasser zu versorgen.

Dies sei eine Forderung der Feuerwehr sagt man uns. Es droht die Schließung des Theaters, wenn man das nicht baue, sagt man uns.
Man muss sich das noch einmal vor Augen halten: Für den so unwahrscheinlichen Fall, dass im Theater ein Brand ausbricht und gleichzeitig die normale Wasserversorgung zusammenbricht, soll ich heute den städtischen Haushalt mit einer halben Million Euro belasten.
Die Skater würden sich freuen, wenn sie diese Summe zur Verfügung hätten!

Es ist manchmal wirklich schwer, ein Ratsmitglied zu sein!

 

 

 

Über Thomas Albrecht

geboren 1956, verheiratet, 3 Kinder, Mitglied des Trierer Stadtrates
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